Papillon Kinderwelt

Hundert Sprachen hat das Kind,
hundert Hände,
hundert Gedanken,
hundert Weisen, zu denken,
zu spielen und zu sprechen.
Immer hundert Weisen zuzuhören,
zu staunen und zu lieben...
L. Malaguzzi

Sprachentwicklung - Spracherziehung

Loris Malaguzzi sagt „Ein Kind spricht hundert Sprachen, doch neunundneunzig werden ihm geraubt”. Wir fördern die hundert Sprachen ihre Kindes, natürlich auch die EINE, die Verbalsprache.

Gesprochene Worte sind für Kinder zunächst leer. Sie müssen jedes einzelne Wort erst mit Bedeutung füllen und das vom ersten Tag an!

Sprache entwickelt sich nur dort mühelos und spielerisch, wo vertrautes Miteinander und vor allem Kommunikation stattfindet. Kleine Gruppen ermöglichen es unseren ErzieherInnen, jedem Kind aufmerksam zuzuhören, ernst zu nehmen, was jedes Kind zu sagen hat. Indem Kinder spüren, mit Lauten, später Worten, etwas bewegen zu können, werden sie motiviert sich zu artikulieren und darin positiv bestärkt.

Ebenso, wie Kinder sich mit allen Sinnen auszudrücken vermögen, lernen sie spielerisch den Umgang mit Sprache. Ganzheitliche Förderung – bildnerische, sinnliche, körperliche und musisch-kreative Wahrnehmungsförderung – verleihen Worten Bilder, Inhalte, Emotionen und Sinn. Wir lassen uns auf den Dialog mit jedem Kind ein. Kinder haben viel zu sagen und wir möchten sie dazu ermutigen!

In unserer Vorschularbeit spielt die Spracherziehung, als Vorbereitung auf das Schreibenlernen, eine große Rolle. Konzentriert zuhören, beobachten und erzählen können, sind wesentliche Voraussetzung dafür, Schriftsprache zu erlernen. Rhythmik, Taktgefühl und Feinmotorik fördern diesen Lernprozess. Gemeinsames Singen, Tanzen, Malen und vor allem Kommunizieren verleiht den Kindern die nötige Sprachkompetenz, die einen guten Schulstart ermöglicht.

Die Wissenschaft hat festgestellt.... Spracherwerb ist ab dem zweiten Lebensjahr nicht zwangsläufig auf die Muttersprache fixiert. Im Gegenteil, das Gehirn ist „offen” für mindestens zwei Sprachen. Neurobiologen sprechen davon, dass unser Gehirn zu dieser Zeit plastisch formbar ist. Wer dieses „Zeitfenster” nutzt, ist auch später noch „offen” für weitere Sprachen. Deshalb bieten wir bilinguale Erziehung in der Gruppe der Kinder ab zwei Jahren an.

Eine der drei ErzieherInnen, Muttersprachlerin, spricht mit den Kindern nur Englisch. Der spielerische Umgang mit der „Fremd”-Sprache steht dabei im Vordergrund. In Alltagssituationen lernen die Kinder Zahlen, Farben, Begrüßungsformeln und Kleidungsstücke in englischer Sprache verstehen und nachzusprechen. Englische Bilderbücher, Spiele und Lieder machen die Kindern bildhaft und spielerisch mit der Sprache und ihrem Klang vertraut.

Die Kinder entscheiden selber, ob und wann sie sich auf dieses Angebot einlassen. Es ist spannend zu sehen, wie Kinder nach einiger Zeit des Zuhörens, spontan und selbstverständlich mit englischen Wörtern kommunizieren.